„Tag der offenen Herzen“ zum 125-jährigen Jubiläum

Von Ranis aus hat sich der neuapostolische Glaube nach ganz Thüringen ausgebreitet. Somit steht hier die Wiege der Neuapostolischen Kirche im Thüringer Land.

Schon seit längerer Zeit hat sich die Gemeinde Rockendorf auf das 125-jährige Jubiläum der Neuapostolischen Kirche in der Saale-Orla Region vorbereitet. Für Sonntag, den 30. Juni 2013 war im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen ein „Tag der offenen Tür“ geplant. Schon am Samstag haben viele fleißige Helfer mit dazu beigetragen, die Kirche zu schmücken, das Zelt aufzubauen und die Außenanlage für den Sonntag vorzubereiten.

Große Vorfreude herrschte dann am Sonntag schon vor dem Gottesdienst. Die Sänger des Gemeindechores hatten sich speziell für diesen Tag ein T-Shirt anfertigen lassen, welches mit dem Jubiläumslogo versehen war und mit Freude und Stolz getragen wurde. Den Gottesdienst stellte der Vorsteher der Gemeinde, Evangelist Ralf Franz, unter das Bibelwort 1. Timotheus 2, 3.4:

„Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserem Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“

In seiner Predigt rief er dazu auf, den Willen Gottes, allen Menschen zu helfen, durch unsere Taten umzusetzen. Wir dürfen auch heute das Evangelium hinaustragen, indem wir unseren christlichen Glauben leben und auch zeigen. Dazu solle auch dieser Tag beitragen, indem wir ihn als einen „Tag der offenen Herzen“ ansehen. Im Glauben an Jesus Christus, im Annehmen seines Wortes und im Bekennen seiner Liebe zu uns wollen wir als neuapostolische Christen ein Licht des Evangeliums sein.

Den Gottesdienst besuchten neben den Geschwistern der Gemeinde auch Gäste, unter anderem die Bürgermeisterin eines Ortes der Region und Lehrer der Musikschule. Nach dem Gottesdienst gab es für alle Teilnehmer einen kleinen Sektempfang. Dort konnten sich die Besucher im Foyer an den Schautafeln die Historie der Gemeinden der Region ansehen. Manche Erinnerung wurde wach, und einige Fotos regten auch zum Schmunzeln an. Vor dem Mittagessen boten Chor und Instrumentalisten noch einige volkstümliche Weisen dar. Ob Volkslied oder Schwarzwaldpolka, alle Titel trugen dazu bei, dass die Zeit bis zum Mittagessen für alle Besucher zu einem musikalischen Genuss wurde.

Mit Thüringer Bratwurst, schönen Gesprächen und guter Laune wurde die Mittagspause sehr kurzweilig. Der evangelische Pfarrer aus Ranis, Herr Preiser, besuchte das Fest am Mittag und überbrachte mit einem kleinen Geschenk auch herzliche Grüße an die Gemeinde. Danach erfreuten uns Laura Franz mit ihrer Musikschullehrerin, Frau Matthes, durch verschiedene Querflötenduette. Dabei konnten alle Zuhörer die Freude beider Vortragenden am gemeinsamen Musizieren erleben.

„Eine Gemeinde stellt sich vor, christlich, lebendig, offen.“ Unter diesem Motto wurden nun die vielfältigen Gruppen der Gemeinde präsentiert. Aus jeder dieser Gruppen stellte ein Vertreter die jeweilige Arbeit vor. Ob Chor, Senioren, Amtsträger, Blumenschmücker oder Verlagsbeauftragter, Jugend, Kinder oder Orgelspieler, jeder ist wichtig und trägt mit seinem Beitrag zum Gelingen und Wohlfühlen in der Gemeinde bei. Als Bianca Schaller im „Putzfrauen-Look“ die Reinigungstruppe vorstellte, blieb kein Auge trocken. So war auch dieser Beitrag ein voller Erfolg, denn es zeigte sich, dass aus der Gemeinde heraus viele Brüder und Schwestern mit Freude und Elan ihre Gaben zum Nutzen aller einbringen.

Nach Kaffee und Kuchen im Freien wurde der Tag mit einem kleinen geistlichen Konzert abgeschlossen. Hier trug der Gemeindechor auch Lieder aus der neuen Chormappe vor. Somit konnte ein musikalischer Bogen von der Romantik der Volkslieder über Lieder der aktuellen Chormappe bis zu neuen Kompositionen geschlagen werden. Die Zuhörer bedachten die Leistungen der Sänger und Spieler mit viel Applaus. Mit einem herzlichen Dank an alle, die diesen Tag mit vorbereitet und organisiert haben, und dem gemeinsamen Gebet beendete Evangelist Franz dieses besondere Gemeindefest. Viele Geschwister konnten bestätigen, dass dieser Tag wirklich zu einem „Tag der offenen Herzen“ und einem „Tag der Freude“ geworden war.

R.F. Fotos: A.S., T.R.