Weihnachten mit goldener Hochzeit

Ein besonderes Fest für die Gemeinde Rockendorf wurde der Gottesdienst am ersten Weihnachtstag. Bischof Wittich spendete den Segen zur goldenen Hochzeit.

Als Bibelwort für den Weihnachtsgottesdienst diente Lukas 2, 7:

„Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln
und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum
in der Herberge.“

Einleitend wünschte der Bischof allen Festtagsgästen, dass die im zuvor erklungenen Musikstück „In dulci jubilo“ vorgetragene Weihnachtsfreude uns nicht nur kurzfristig, sondern ständig erfüllen soll.

Weihnachten erinnert uns an die Geburt Jesu. Es zeigt: Gott wird Mensch in aller Niedrigkeit. Nach menschlicher Meinung hätte Gott doch auf seine vorbereitenden Zusagen hin alles Geschehen besser begleiten müssen.

Aus eigener Erfahrung müssen wir feststellen, dass oft Dinge geschehen, die unserem Glauben nicht zuträglich sind. Zum Zeitpunkt seiner Ordination zum Bischof konnte er wochenlang nur mit Gehhilfen laufen, berichtete Bischof Wittich. Er hatte große Mühe, sich bei der Handlung niederzuknien und sich danach wieder zu erheben. Der Gedanke, mit der empfangenen Kraft ausgerüstet würde es sich bessern, erfüllte sich nicht, es ging noch tiefer. Vielleicht sind es Gottes Wege, dass wir nach einer solchen Erfahrung eine Besserung höher bewerten.

Wir wollen Gott für alles Gute danken, aber auch für die Kraft, mit der wir manches Harte und manchen Bruch überstanden haben.

Der Bischof erzählte von einer Begebenheit nach dem Krieg. Schüler einer Klasse wurden gefragt, was sie sich Weihnachten wünschten. Ein Junge sagte, dass sie daheim ein Bild hätten, es zeigt seinen im Krieg gefallenen Vater. Der Junge wünschte sich nichts sehnlicher, als dass sein Vater aus diesem Bild heraustreten würde, denn er hatte ihn noch nie kennengelernt.
Für uns ist Gott unsichtbar. Durch Christus ist Gott mit seiner Liebe für uns sichtbar geworden.

Es ist ein Trugschluss, dass Armut den Himmel bringt und Reichtum ihn verschließt. Wir wollen aber geistlich arm sein, solche sein, die erkennen: Ich bin auf Gottes Hilfe angewiesen.
„Gott gibt uns niemals Kraft im Voraus“, zitierte der Bischof Bonhoeffer und ergänzte: „… doch in den Anfechtungen gibt er uns Kraft zum Durchhalten und wird uns weiter mit seiner Kraft und Nähe und seiner Hilfe begleiten.“

Nach dem Mitdienen des Bezirksältesten Stefan Standke und der Feier des Heiligen Abendmahls folgte ein besonderer Höhepunkt. Die Eheleute Eismann empfingen den Segen zur goldenen Hochzeit. Bischof Wittich überschrieb in seiner Ansprache an das Paar die von ihnen gemeinsam durchlebten fünfzig Ehejahre mit den Worten aus dem Römerbrief (15,7):

„Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat
zu Gottes Lob.“

Er sagte dazu, dass dieses gegenseitige Annehmen nicht als Rat zu verstehen sei, sondern es ist die bisher gelebte Praxis des goldenen Paares, die sie auch weiter täglich begleiten wird.

Text: M.S. Fotos: A.S.