Überraschungsbesuch

Es war eine große Überraschung für die versammelte Gemeinde, als am Mittwochabend, statt des angekündigten Bezirksältesten der Apostel hinter dem Altar stand.

Apostel Wosnitzka hatte sich an einem freien Abend kurzerhand entschieden, nach Rockendorf zu kommen. Dies war nicht nur ein schönes Geburtstagsgeschenk für einige Geschwister, sondern auch ein besonderer Trost für die Gemeinde, welche kurz vor dem Gottesdienst vom Heimgang einer Glaubensschwester erfahren hatte, die erst eine Woche zuvor nach längerem Krankenhausaufenthalt ihren Geburtstag in der Gemeinde erleben durfte.

Als Bibelwort für den Gottesdienst las der Apostel Johannes 1, aus 38-39:

"Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister –, wo ist deine Herberge? Er sprach zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen's und blieben diesen Tag bei ihm."

Die Jesu-Frage aus dem Bibelwort "Was sucht ihr?" gilt auch uns, so der Apostel. Doch unsere Antworten würden sicher unterschiedlich ausfallen.

  • In der Gemeinde ist gegenwärtig Leid um den Heimgang einer treuen Schwester - im Leid sucht man Trost und Frieden.
  • Mancher sucht Kraft und Zuversicht, um wieder aufgerichtet zu werden.
  • Mancher sucht Orientierung in der Unruhe unserer Umgebung. Dieser Gottesdienst soll wieder Ruhe bringen und die Sicherheit, Gott ist für dich da. Er will dich wieder aufbauen.
  • Mancher sucht Verständnis, weil er in manchen Dingen anders denkt, und wenig Verständnis dafür findet. Gott hat für dich Verständnis und hört dir zu.

Die Jünger Jesu suchten die Gemeinschaft mit ihm. Auch wir suchen seine Nähe. In Bedrängnis ruft man schnell einmal zu Gott um Hilfe. Wir möchten ihn aber nicht nur suchen oder nachfolgen, weil wir von ihm Hilfe erwarten, sondern weil wir Gemeinschaft mit ihm haben wollen.

Wie können wir zu ihm kommen? Nur im Glauben. Als Jesus auferstanden war, haben ihn viele gesehen, es waren alles welche, die an ihn glaubten. Um zu ihm zu kommen, bedarf es auch des Wunsches, in den Tempel, in die Gemeinde zu kommen. In seiner Gemeinde können wir ihn finden. Lasst uns kommen und mithelfen, dass es in der Gemeinde immer schöner wird. Apostel Wosnitzka ermutigte auch, mehr für den, der am Altar steht, zu beten, "dass er durchdrungen ist vom Heiligen Geist" und uns hinführen kann zu Jesus.

Die Jünger "sahen", berichtet das Bibelwort. Der Apostel fragte, ob auch wir sehen, dass Jesus wirkt und schafft, dass der Heilige Geist tätig ist? Es ist unsere Aufgabe, mit unserem Handeln und in unserem Wort die Liebe Christi sichtbar und hörbar zu machen. Der Apostel forderte auf: "Lasst uns Boten sein, die die Liebe Christi hinaustragen. Dann wird sie sichtbar."

Die Jünger blieben bei Jesu. – Bleiben ist entscheidend. In den Gemeinden und in den Familien gibt es immer wieder Höhen und Tiefen. Da gibt es auch Streit und man denkt, so etwas dürfe doch gar nicht sein. Der Apostel verglich es mit dem Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen und las Matthäus 13, 26-30. Gott sät nur Gutes, der Feind sät Zwietracht und Streit; so ist es auch in unserem Zusammenleben miteinander. Wir können das zwar nicht ändern, doch es ist zeitlich begrenzt, denn am Ende wird das Unkraut vom Weizen getrennt.

Nach dem Mitdienen des Bezirksältesten Standke wurde Gemeindeevangelist Franz an den Altar gerufen. Tief ergriffen verglich er sein Empfinden mit Jesu Besuch in Bethanien und sagte: "Ich fühle mich heute wie in Bethanien.".Damals beim Leid um Lazarus, kam der Herr helfend zu Martha und Maria. Jesus ist immer Mittelpunkt gewesen, das sei auch hier in der Trauerfamilie so. "Dass unser Apostel heute hier ist, hat Gott gelenkt."

A.S. (Text/Foto)