Apostelbesuch mit Ordination

Am Mittwochabend diente Apostel Wosnitzka mit dem Bibelwort "Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?" (Römer 8, aus 31) und setzte einen neuen Diakon für die Gemeinde Rockendorf.

Zu Beginn des Gottesdienstes trug der Gemeindechor das Lied "Der Herr segne dich" vor. Auch wenn es ein eher kurzes Stück aus dem Chorbuch ist, so ist es doch sehr prägnant. Auf den dem Text zugrunde liegenden aaronitischen Segen, den Gott einst zu Mose sagte, ging der Apostel sogleich ein.

Apostel Wosnitzka bezeichnete die vorgetragene Bitte als einen Wunsch der Gemeinde und gab die Zusage, dass Jesus allen im Gottesdienst seinen Frieden schenken will. Unterschiedlich sind alle gekommen. Mancher mit Sorgen, ein anderer sucht Antwort oder Orientierung, und wieder ein anderer sucht die Bestätigung der göttlichen Liebe zu ihm. Diese Zuwendung soll von jedem erlebt werden.

Der Apostel stellte die Frage in den Raum: "Wann ist Gott für uns?"

Die ältere Generation kenne vielleicht noch die auf den Koppelschlössern der Soldaten angebrachten Worte „Gott mit uns“. Es braucht aber mehr als ein Lippenbekenntnis oder Parolen. Wer versucht, den Willen Gottes zu tun und in sein Leben einzubauen, der wird erleben, dass Gott täglich mit ihm ist. Dazu muss man sein ganzes Leben nach Gottes Rat gestalten.

Dies bekräftigte Apostel Wosnitzka mit Beispielen aus der Bibel:

  • Gott ist mit uns, wenn wir bereit sind, zugunsten des Nächsten auf unseren Vorteil zu verzichten.
    Die Hirten von Abraham und Lot hatten Streit um die Weideplätze. Abraham machte ein Angebot „Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten; oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken.“ Der vermeintliche Vorteil zählte nicht für Abraham, ihm lag es am Frieden miteinander. Dort, wo wir um des Friedens willen auf unser Recht verzichten, begleitet uns der Segen des Allerhöchsten.

  • Gott ist mit uns, wenn uns der Segen Gottes mehr als irdischer Vorteil bedeutet.
    Jakob suchte den Segen Gottes, er rang danach. Alles, was er begann, wurde mit Segen erfüllt. Wenn wir immer darum bitten, wird Gott uns seinen Segen geben.

  • Gott ist mit uns, wenn wir seinem Wort und seiner Zusage vertrauen.
    Zehn der ausgesandten Kundschafter aus dem Volk Israel verbreiteten eine negative Stimmung über ihre Landerkundung. Sie fanden bestätigt, was Gott über das Land gesagt hatte, doch sie fürchteten sich vor den Einwohnern. Nur Josua und Kaleb vertrauten aus Glaubensüberzeugung auf das Gelingen mit der Hilfe Gottes.
    Auf unserem Glaubensweg erleben wir auch Hindernisse. Manches dürfte es in der Gemeinde vielleicht nicht geben. Man denkt: "Dann kann das eigentlich nicht das Werk Gottes sein!" Doch Gott hat uns mit dem Sakrament der Wassertaufe und der Versiegelung sein "Ja" gegeben. Er führt uns durch alle Dinge, die uns begegnen.

  • Gott ist mit uns, wenn wir in Demut vor ihn treten und uns seiner Allmacht und Größe bewusst sind.
    Der Pharisäer kam selbstgefällig in den Tempel, doch der Zöllner ging demutsvoll in sich mit der Bitte: "Herr, sei mir Sünder gnädig." Dort wo wir uns unserer Schwachheit bewusst sind, kann uns Gott stark machen.

Nach dem Mitdienen des Bezirksältesten Stefan Standke und der Feier des Heiligen Abendmahls erfolgte die bewegende Ordination von Heiko Tröger zum Diakon für die Gemeinde Rockendorf. In seiner Ansprache machte Apostel Wosnitzka deutlich, dass man nicht einfach so ein fertiger Amtsträger wird. Auch er sei kein fertiger Apostel – es ist ein ständiger Prozess des Erkennens und Wachsens.

Nach dem Gottesdienst beglückwünschte die Gemeinde freudig ihren neuen Diakon und dessen Frau. Es ist die erste Ordination im neuen Kirchensaal, mit der Gemeindevorsteher Ralf Franz, seine 3 Priester und 4 Diakone junge Verstärkung im Kreis der Amtsträger erhalten haben.

Text: M.S./A.S. Fotos: M.S.