(K)ein ganz normaler Sonntag

Wie jeden Sonntag um 9:30 Uhr versammelte sich die Gemeinde Rockendorf in ihrem Gemeindezentrum zum Gottesdienst. Doch diesmal blieb man auch danach noch zusammen.

Der Gottesdienst

Vorsteher Ralf Franz leitete den Gottesdienst. Dieser stand unter dem Bibelwort Matthäus 6,12:

"Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern."

Mit diesem Wort wurde die Themenreihe "Das Vaterunser" fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Predigt stand die Aussage Jesu zur Vergebungsbereitschaft.

Evangelist Franz wünschte den über 70 Gottesdienstteilnehmern eine praktische Lehrstunde zum Thema "Vergebung", auch wenn dieses Thema in vielen Gottesdiensten behandelt wird.
Gott schenkt uns seine Gnade und Vergebung, hat aber auch Erwartungen an uns. So wurde das Bewusstsein der eigenen Sündhaftigkeit ganz praxisnah geschildert. Viele von uns kennen sicherlich die Situation, dass man insbesondere in schwierigen Lebenssituationen auf Gott vertraut und dann scheinbar nicht von ihm erhört wird. Wie reagieren wir, wenn Gott sich nicht zu unseren Wünschen bekennt, oder die Hilfe vorerst ausbleibt? Beginnen wir da nicht manchmal an der Liebe Gottes zu zweifeln? Macht sich nicht Unglaube in unseren Herzen breit? Das zeigt uns deutlich, wie sündhaft wir Menschen sind. Dies zu erkennen und dagegen anzukämpfen, ist eine Erwartung, die Gott an uns hat, um uns Vergebung zu schenken. Natürlich können wir auch den zweiten Teil des Bibelwortes – die Vergebung am Nächsten – nicht vernachlässigen. Dies erfordert immer wieder Überwindung und Kraft.

Lernen vom Kindermusical

In der Vorbereitung auf die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls berichtete der Vorsteher vom Erleben am Tag zuvor in der Gemeinde Greiz. Dort wurde das Kindermusical "Yoschua und Schwarzfüßchen" von Werner Hoffmann (geb. 1953) aufgeführt: 99 weiße und reine Schafe – doch das 100. war mit schwarzen Flecken und einem schwarzen Füßchen zur Welt gekommen. Es war so "anders" als alle Übrigen und wurde ausgestoßen und aus der Gemeinschaft vertrieben. Nur der Hirte ging ihm in Liebe nach und brachte es zurück zur Weide. Das gemeinsame Gebet vom Hirten und der Herde, die ihren Fehler inzwischen eingesehen hatte, führte zum Erfolg und Gott hat sich zu ihnen bekannt.
Von diesem spielerisch vorgetragenen Erleben der Kinder zu lernen, dazu rief der Vorsteher die Gemeinde vor dem Beten des "Vaterunser" auf.

Anschließender Brunch

Nach dem Gottesdienst wurden die Besucher zum ersten Brunch der Gemeinde eingeladen. Fleißige Hände hatten ein leckeres Mittagessen vorbereitet.

Schnell war die Gulaschsuppe erwärmt, Obst und Gemüseplatten vorbereitet und der Nachtisch im Vorraum der Kirche aufgebaut. Mehr als 30 Teilnehmer nutzten diese Gelegenheit und erlebten noch schöne und freudige Augenblicke in der Gemeinschaft. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass dies nicht der letzte Brunch sein soll, und schon wurden Pläne für weitere Zusammenkünfte dieser Art gefasst. So endete dieser Sonntag im Gemeindezentrum, der (k)ein normaler Sonntag war.