Vertrauen und verherrlichen

Es war der erste Besuch des neuen Apostels, den er am 25. März 2026 in der Gemeinde Rockendorf vornahm. Mit großer Freude und Hingabe schenkte er der kleinen Gemeinde nicht nur das göttliche Wort, sondern auch einen Diakon. Ein Bote Gottes in der heutigen Zeit sein – das dürfen wir alle, indem wir Gott verherrlichen. So die Grundbotschaft, die immer wieder im Gottesdienst deutlich wurde.

Für diesen Abendgottesdienst hatte der Apostel eine Bibelstelle aus dem Johannesevangelium gewählt: “Jetzt ist meine Seele voll Unruhe. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde. Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen. Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und ich will ihn abermals verherrlichen.” (Johannes 12,27-28)

Apostel Mike Dietel wünschte den Gläubigen zu Beginn freudig, dass sie aus dem Wort Gottes etwas für sich mitnehmen können. Dabei bezog er sich selbst ein und sagte, er freue sich, „Gedanken selbst mit in die Tasche zu packen“. Auch die Brüder und Schwestern am Altar brauchen immer wieder Stärkung. Für sie kann es überraschend sein, wenn sie feststellen: „Das war ja für mich.“

Voll Unruhe

Mit dem Bibelwort ging der Apostel auf die bevorstehende Karwoche ein. Jesus war hier voller Unruhe, weil er wusste, was ihn erwartet. Dieses Bild ist für uns Menschen schwierig zu verstehen, denn Jesus wusste von Gott, was er tun muss und warum. Er hat aber genau wie wir Schmerzen empfunden und hatte Gefühle. Doch er ist den Weg ohne zu zögern gegangen. Dafür hat Gott ihn immer wieder verherrlicht er sagte: „Das ist mein Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“

Jesus verherrlichte seinen Vater, indem er immer seinen Dank zum Ausdruck brachte. Er dankte schon für den Beistand, da war noch gar nichts passiert, führte der Apostel an. Er verwies auch auf Menschen, die anderen in schlimmen Situationen beistehen. Dort fragt man oft, woher sie diese Kraft nehmen sie vertrauen einfach.

Es gibt ein sehr kurzes Gebet, in dem große Kraft liegt: „Herr, hilf!“ Wir sollten Gott überlassen, wie er hilft; er hat das Leben in der Hand. Und unser irdisches Leben ist schließlich endlich, wir können nur das ewige Leben behalten.

Apostel Dietel stellte die vielfältige Hilfe Gottes in den Mittelpunkt. Von ihm erhalten wir Beistand, Nähe, Segen und vollständige Vergebung. Er gibt uns Fähigkeiten, die wir uns nicht zugetraut hätten, und hilft über Schwächen hinweg.

Gottes Botschaft tragen wir durch unser Glaubensleben in die Gesellschaft weiter. „Wir werden nicht werden wie Jesus Christus“  diese Anforderung stellt Gott nicht an uns, so der Apostel. Gott erwartet von uns, dass wir zeigen, wie wir ihm vertrauen. Damit geben wir auch anderen Menschen Kraft und verherrlichen Gott.

Auch Evangelist Röhlig aus Schleiz hatte selbst „Unruhe im Herzen“, denn er hatte sich auf ein anderes Bibelwort vorbereitet. Er rief dazu auf, „Zeugen Christi zu sein“ und nicht nur Glaubenstheoretiker, sondern Praktiker. Das erinnerte ihn an eine kleine Geschichte des Theologen Axel Kühner, bei der ein Mensch einem Skorpion helfen will, doch dieser ihm aus Reflex immer wieder Schmerzen zufügt. Die Natur des Tieres ist es zuzustechen, doch um ihn vor dem Ertrinken zu retten, musste der Mann immer wieder zugreifen.

Du brauchst keine Angst haben

In diesem Gottesdienst erhielt die Gemeinde Rockendorf einen weiteren Diakon. Apostel Dietel vertraute Samuel Thom die Amtsaufgabe an, und versicherte ihm, dass Gott mitgeht und ganz fein, mit viel Liebe hilft. Auch in den Augen der Geschwister sei bereits das Mitgehen zu sehen gewesen, und die Hände vieler waren schon für den neuen Diakon gefaltet. Der Apostel führte an, auch er wisse manchmal nicht, wo es hingeht; doch mit dem Vertrauen auf Jesus Christus, auf Gott, wird vieles einfach, denn er geht voran.

Vorfreude

Der Apostel hatte auch herzliche Grüße vom Bezirksapostel und von Apostel Kasper mitgebracht. Auch wenn die Entfernungen groß sind, ist es leicht Kontakt aufzunehmen. Dem Bezirksapostel hatte Apostel Dietel von der kleinen Gemeinde erzählt, in der er heute zum Gottesdienst ist. Bezirksapostel Heynes entgegnete, in solchen Gemeinden fühle er sich immer besonders wohl, da er ebenfalls aus einer kleinen Gemeinde stamme. Dem Besuch des Bezirksapostels im Juli gibt diese Nachricht doch deutliche Vorfreude.